Beitragsbild: KI-generiert mit Leonardo.Ai. Das Bild zeigt keinen real existierenden Ort, sondern eine für die Region typische Landschaft.
Mendoza ist die größte und wichtigste Weinbauregion Argentiniens und Mitglied im internationalen Netzwerk Great Wine Capitals. Mit 152.926 Hektar Rebfläche (Stand 2005) entfallen auf die Provinz allein etwas mehr als 70 Prozent der gesamten argentinischen Weinerzeugung. Möglich wurde der Weinbau in dieser eigentlich trockenen Steppenregion erst durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das ursprünglich von den indigenen Huarpe genutzt und von den Inka mitentwickelt wurde.
Die ersten europäischen Siedler kamen im 16. Jahrhundert aus Spanien und Portugal, doch der eigentliche Aufstieg zur internationalen Qualitätsregion begann erst in den 1990er Jahren: Zuvor wurden praktisch nur einfache Massenweine für den lokalen Markt erzeugt.
Lage und Landschaft
Der größte Teil der Provinz ist von der Trockensteppe Monte bedeckt, streckenweise von Sandwüsten durchzogen. Der Weinbau konzentriert sich auf drei große, künstlich bewässerte Oasen: die nördliche rund um die Provinzhauptstadt Mendoza, eine mittlere um San Rafael und General Alvear sowie eine südliche um Malargüe. Im Westen der Provinz erhebt sich die Andenkette mit dem Aconcagua, dem mit 6.961 Metern höchsten Berg des amerikanischen Kontinents.
Als erste offizielle Herkunftsbezeichnung Argentiniens wurde Luján de Cuyo in Mendoza mit dem Jahrgang 1992/1993 als DOC klassifiziert. Es folgten die Gebiete Maipú, Río Negro, San Rafael und Valle Calchaquí.
Böden
Die Böden Mendozas sind überwiegend alluvial: sandig-kiesige Schwemmlandablagerungen der von den Anden herabfließenden Flüsse Río Mendoza, Río Tunuyán, Río Atuel und Río Diamante. Diese durchlässigen, mineralarmen Böden in Kombination mit kontrollierter Bewässerung erlauben eine präzise Steuerung des Wasserhaushalts der Reben: ein entscheidender Vorteil in einer Region, die andernfalls zu trocken für Weinbau wäre.
Klima
Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 lag die Jahresdurchschnittstemperatur im Raum Mendoza bei rund 15,8 °C, in der Vegetationsperiode von Oktober bis April (Südhalbkugel) bei etwa 20,2 °C. Der Jahresniederschlag betrug rund 451 Millimeter, wobei die Literatur für die eigentlichen Weinlagen häufig noch geringere Werte von 100 bis 350 Millimetern nennt.
Das Klima ist trocken, sonnig und kontinental, mit an fast 300 Tagen im Jahr scheinender Sonne und ausgeprägten Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Diese Kombination aus intensiver Sonneneinstrahlung und kühlen Nächten gilt als wesentliche Grundlage für die konzentrierte, aber gleichzeitig frische Aromatik des Mendoza-Malbec.
Rebsorten
Malbec ist die unangefochtene Leitsorte Mendozas und Argentiniens insgesamt: eine ursprünglich aus dem französischen Cahors stammende Sorte, dort auch Côt genannt, die in Frankreich nach der Reblauskrise stark an Bedeutung verlor, in Argentinien aber ideale Bedingungen fand und zum nationalen Aushängeschild wurde.
Neben Malbec werden in Mendoza auch Cabernet Sauvignon, Syrah, Bonarda und, bei den Weißweinen, Chardonnay und Torrontés angebaut. Bekannte Weingüter mit Sitz in der Provinz sind unter anderem Bodegas y Viñedos López, Trivento und Bodega Norton.
Drei Oasen, ein Weinland
Mendozas Weinbau konzentriert sich auf drei künstlich bewässerte Oasenregionen:
- Nördliche Oase: rund um die Provinzhauptstadt Mendoza, mit den DOC-Gebieten Luján de Cuyo und Maipú, dem historischen und qualitativen Zentrum
- Mittlere Oase: um San Rafael und General Alvear, kühler und südlicher gelegen
- Südliche Oase: um Malargüe, die kleinste und südlichste der drei Zonen
Stilistik
Mendoza-Malbec ist konzentriert, dunkelfruchtig und samtig, mit Aromen von Pflaume, Brombeere und oft einer feinen Veilchennote, meist mit rundem, weichem Tannin. Die Höhenlage vieler Weinberge, oft über 900 Meter, sorgt für erhaltene Frische trotz der intensiven Sonneneinstrahlung.
Im Vergleich zu französischem Cahors-Malbec wirkt argentinischer Malbec meist zugänglicher und fruchtbetonter, mit weniger rustikalem Tannin: ein Stil, der maßgeblich zum internationalen Erfolg der Sorte seit den 1990er Jahren beigetragen hat.
Mendoza auf einen Blick
| Land | Argentinien |
|---|---|
| Provinz | Mendoza |
| Rebfläche | 152.926 Hektar (2005) |
| Anteil an Argentiniens Weinbau | über 70 % |
| Erste DOC Argentiniens | Luján de Cuyo (Jahrgang 1992/1993) |
| Weitere DOC-Gebiete | Maipú, Río Negro, San Rafael, Valle Calchaquí |
| Leitsorte | Malbec |
| Weitere Sorten | Cabernet Sauvignon, Syrah, Bonarda, Torrontés |
| Jahresmitteltemperatur | rund 15,8 °C (1991–2020) |
| Niederschlag | rund 451 mm im Jahr (Weinlagen teils 100–350 mm) |
| Landmarke | Aconcagua, 6.961 m, höchster Berg Amerikas |
Was Sie von Mendoza probieren sollten
Fünf Weintypen, die die Bandbreite Mendozas zeigen.
- Mendoza Malbec, Basisqualität
Samtig, dunkelfruchtig, mit weichem Tannin: der internationale Botschafter des argentinischen Weinbaus. - Mendoza Malbec aus Luján de Cuyo
Aus dem ersten offiziellen DOC-Gebiet Argentiniens: konzentriert und strukturiert. - Mendoza Malbec aus großer Höhenlage (900 m und mehr)
Frischer und eleganter, durch die kühleren Nächte in der Höhe. - Mendoza Cabernet-Sauvignon-Malbec-Cuvée
Zeigt, wie internationale Sorten mit der lokalen Leitsorte kombiniert werden. - Mendoza Torrontés oder Chardonnay
Die kleinere, aber wachsende Weißweinseite eines vor allem für Rotwein bekannten Gebiets.
Weine aus Mendoza kaufen
Werbung / Affiliate-Links. Wir erhalten bei einem Kauf über diese Links eine Provision, für Sie ändert sich am Preis nichts.