Beitragsbild: KI-generiert mit Leonardo.Ai. Das Bild zeigt keinen real existierenden Ort, sondern eine für die Region typische Landschaft.
Das Weinbaugebiet Rhône gilt als die älteste Weinregion Frankreichs: Schon zur Römerzeit wurde hier Wein angebaut, angeblich brachten Phoker die Rebe bereits vor rund 2.400 Jahren aus Kleinasien mit. Aus dem rund 200 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Vienne und Avignon stammt heute eine ganze Reihe hochwertiger Weine, auf einer Gesamtrebfläche von rund 61.000 Hektar mit einer Jahresproduktion von etwa 2,5 Millionen Hektolitern.
Historisch reicht die Bedeutung des Gebiets weit zurück: Bereits im 9. Jahrhundert bewirtschafteten Benediktinermönche Weinberge bei Cornas, 1137 übernahmen Zisterzienser den Anbau bei Gigondas und Vacqueyras, und 1305 gründete Papst Clemens V. das nach ihm benannte „neue Schloss“, Châteauneuf-du-Pape, als Kontrast zum alten Papstpalast in Avignon.
Lage und Landschaft
Die Rhône bahnt sich ihren Weg zwischen dem Zentralmassiv im Westen und den Ausläufern der Alpen im Osten. Im Norden überwiegt vulkanisch geprägter Granit aus dem Zentralmassiv, der für gute Drainage sorgt. Die Reblagen liegen dort meist an steilen, oft terrassierten Hängen, die vor Nebel und Frost geschützt sind.
Im Süden wird das Tal deutlich breiter, die Unterböden bestehen aus Kalkstein, Sand und Lehm. Bei Châteauneuf-du-Pape prägen zusätzlich die berühmten galets roulés das Landschaftsbild: runde, von eiszeitlichen Gletschern herangetragene Flusssteine, die tagsüber Wärme speichern und nachts an die Reben abgeben.
Böden
Der Norden des Rhônetals steht damit fast ausschließlich auf granitischem Urgestein, während der Süden auf einer Mischung aus Kalkstein, Sand, Lehm und den charakteristischen Geröllflächen aus Flusssteinen ruht: ein geologischer Gegensatz, der maßgeblich zum unterschiedlichen Charakter von Nord- und Südrhône beiträgt.
Klima
Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 lag die Jahresdurchschnittstemperatur im Raum Valence bei rund 13,0 °C, in der Vegetationsperiode von April bis Oktober bei etwa 17,8 °C. Der Jahresniederschlag betrug rund 868 Millimeter.
Der Mistral, ein kalter, trockener Fallwind aus dem Rhônekorridor, prägt das Klima besonders im Süden: Er hält die Weinberge trocken und reduziert das Risiko von Pilzkrankheiten, erfordert aber auch robuste Erziehungsformen für die Reben.
Rebsorten
Im Norden dominiert Syrah nahezu vollständig und liefert dichte, würzige Rotweine mit Aromen von schwarzem Pfeffer und dunklen Beeren, unter anderem in den berühmten Appellationen Côte-Rôtie und Hermitage. Im Süden dagegen bilden Grenache, Syrah und Mourvèdre das Rückgrat kraftvoller Cuvées.
Die Appellation Châteauneuf-du-Pape erlaubt als Besonderheit bis zu 13 verschiedene Rebsorten im Verschnitt, wobei Grenache und Syrah die wichtigste Rolle spielen. Weiße Sorten wie Viognier (Basis des berühmten Condrieu), Marsanne und Roussanne runden das Bild ab, insbesondere im Norden des Gebiets.
Nord- und Südrhône
Das Rhônetal gliedert sich klar in zwei stilistisch unterschiedliche Hälften:
- Nordrhône: schmales Band steiler, terrassierter Granitlagen; Syrah als nahezu einzige Rotweinsorte, Appellationen wie Côte-Rôtie, Hermitage und Condrieu
- Südrhône: breiteres Tal mit Kalkstein, Sand und Flussgeröll; Grenache-dominierte Cuvées, Appellationen wie Châteauneuf-du-Pape, Gigondas und die breite Basis Côtes du Rhône
Stilistik
Nordrhône-Syrah zeigt sich dicht, würzig und tanninreich, mit Pfeffer- und Veilchennoten, oft mit gutem Lagerpotenzial. Südrhône-Cuvées aus Grenache, Syrah und Mourvèdre wirken wärmer und fruchtbetonter, mit Aromen von reifen dunklen Beeren und mediterranen Kräutern.
Die breite Basisappellation Côtes du Rhône liefert dabei zugängliche, meist Grenache-betonte Alltagsweine, während Appellationen wie Châteauneuf-du-Pape, Gigondas oder Hermitage zu den renommiertesten und teuersten Weinen Frankreichs zählen.
Das Rhônetal auf einen Blick
| Land | Frankreich |
|---|---|
| Ausdehnung | rund 200 km, Vienne bis Avignon |
| Rebfläche | rund 61.000 Hektar |
| Jahresproduktion | rund 2,5 Millionen Hektoliter |
| Zwei Hälften | Nordrhône (Granit, Syrah) und Südrhône (Kalk, Grenache-Cuvées) |
| Leitsorten | Syrah (Norden), Grenache, Syrah, Mourvèdre (Süden) |
| Bekannte Appellationen | Côte-Rôtie, Hermitage, Condrieu, Châteauneuf-du-Pape, Gigondas |
| Jahresmitteltemperatur | rund 13,0 °C in Valence (1991–2020) |
| Niederschlag | rund 868 mm im Jahr |
| Besonderheit | Frankreichs älteste Weinregion; der Mistral prägt das Klima des Südens |
Was Sie von dem Rhônetal probieren sollten
Fünf Weintypen, die Nord- und Südrhône gegenüberstellen.
- Côtes du Rhône, Basisqualität
Grenache-betont, fruchtig und zugänglich: der unkomplizierte Einstieg in die Region. - Châteauneuf-du-Pape
Die berühmteste Südrhône-Appellation: kraftvoll, warm, oft aus einem Verschnitt mehrerer der 13 zugelassenen Sorten. - Gigondas oder Vacqueyras
Ähnlich kraftvoll wie Châteauneuf-du-Pape, aber meist etwas günstiger. - Côte-Rôtie oder Hermitage, Syrah
Die Spitze der Nordrhône: dicht, würzig, mit langem Lagerpotenzial. - Condrieu, Viognier
Ein aromatischer, voller Weißwein aus der Nordrhône, eigenständig unter den französischen Weißweinen.
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