Beitragsbild: KI-generiert mit Leonardo.Ai. Das Bild zeigt keinen real existierenden Ort, sondern eine für die Region typische Landschaft.
Die Süd-Oststeiermark bildet den Kern jenes Landstrichs, der unter dem Marketingnamen Steirisches Vulkanland bekannt ist: benannt nach Resten erloschener Vulkane, die vor rund 17 Millionen und erneut vor rund 2 Millionen Jahren aktiv waren und heute als markante Hügel die Landschaft prägen. Der bekannteste ist der Gleichenberger Kogel.
Weinrechtlich firmiert das Gebiet seit dem Jahrgang 2018 unter der Herkunftsbezeichnung Vulkanland Steiermark DAC, die neben der Süd-Oststeiermark auch Teile der Bezirke Hartberg-Fürstenfeld, Weiz und Leibnitz umfasst.
Lage und Landschaft
Das Gebiet liegt im äußersten Südosten Österreichs, an der Grenze zu Slowenien, mit dem oststeirischen Hügelland als prägender Landschaftsform. Die markante Riegersburg, eine Burg auf einem erloschenen Vulkankegel, gilt als Wahrzeichen der Region.
Wichtige Weinorte sind Bad Radkersburg, Feldbach, Straden, Sankt Anna am Aigen und Fehring. Die Nähe zu Slowenien und die welligen Hügel prägen eine Landschaft, die touristisch stark mit Kulinarik und regionalem Handwerk beworben wird.
Böden
Die vulkanische Vergangenheit der Region hinterließ Basalt- und andere vulkanische Verwitterungsböden an den erloschenen Vulkankegeln, während in den übrigen Lagen tonig-mergelige und sandige Böden vorherrschen. Diese Kombination aus vulkanischem Gestein und sedimentären Böden gilt als eine der Grundlagen für die aromatische Vielfalt der Weine.
Klima
Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 lag die Jahresdurchschnittstemperatur im Raum Bad Radkersburg bei rund 9,9 °C, in der Vegetationsperiode von April bis Oktober bei etwa 15,6 °C. Der Jahresniederschlag betrug rund 764 Millimeter: mehr als in den meisten anderen österreichischen Weinbaugebieten.
Das submediterran beeinflusste Klima im äußersten Südosten Österreichs bringt mildere Temperaturen und mehr Niederschlag als das pannonisch geprägte Weinviertel oder Burgenland, was den aromatischen, oft aromasortenbetonten Weinen der Region zugutekommt.
Rebsorten
Für Vulkanland Steiermark DAC ist eine breite Sortenpalette zugelassen: Welschriesling, Weißburgunder, Morillon (Chardonnay), Grauburgunder, Riesling, Muskateller, Sauvignon Blanc und Traminer, sowie Verschnitte daraus. Auf der Ebene des Gebietsweins bleibt diese Vielfalt erhalten, während sich Orts- und Riedenweine auf die jeweils lokal vorherrschenden Leitsorten konzentrieren.
Sauvignon Blanc gilt regional als besonders profilierte Sorte und hat der gesamten Steiermark international zu Aufmerksamkeit verholfen, auch wenn die Süd-Oststeiermark stilistisch eigene Akzente setzt.
Die Stufen der Vulkanland Steiermark DAC
Seit dem Jahrgang 2018 gliedert sich die Herkunftsbezeichnung Vulkanland Steiermark DAC in drei Stufen:
- Vulkanland Steiermark DAC (Gebietswein): die Basisstufe mit breitem Sortenspektrum: Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Riesling, Muskateller, Sauvignon Blanc, Traminer
- Vulkanland Steiermark DAC mit Ortsangabe (Ortswein): Trauben aus einer bestimmten Gemeinde, mit Fokus auf lokal vorherrschende Leitsorten
- Vulkanland Steiermark DAC mit Riedenbezeichnung (Riedenwein): die Spitze der Pyramide: Trauben aus einer einzelnen, namentlich genannten Lage
Stilistik
Weine aus der Süd-Oststeiermark zeigen häufig eine ausgeprägte Aromatik, mit spürbarer Frucht und, je nach Sorte, floralen oder würzigen Noten. Sauvignon Blanc und Muskateller liefern besonders duftige, zugängliche Weine, während Morillon und Weißburgunder kräftiger und strukturierter ausfallen können.
Die Region hat sich touristisch stark mit dem Konzept des Steirischen Vulkanlandes verbunden, das Weinbau, Kulinarik und Landschaft gemeinsam vermarktet: für Besucher eine der zugänglichen Weinregionen Österreichs, für Weinkenner ein Gebiet mit wachsendem Renommee.
Die Süd-Oststeiermark auf einen Blick
| Land | Österreich |
|---|---|
| Bundesland | Steiermark |
| Marketingname | Steirisches Vulkanland |
| Herkunftsbezeichnung | Vulkanland Steiermark DAC (seit Jahrgang 2018) |
| Umfasst auch | Teile der Bezirke Hartberg-Fürstenfeld, Weiz und Leibnitz |
| Zugelassene Sorten | Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Riesling, Muskateller, Sauvignon Blanc, Traminer |
| Böden | vulkanische Verwitterungsböden, Ton, Mergel, Sand |
| Jahresmitteltemperatur | rund 9,9 °C in Bad Radkersburg (1991–2020) |
| Niederschlag | rund 764 mm im Jahr |
| Landmarke | Riegersburg auf erloschenem Vulkankegel |
Was Sie von der Süd-Oststeiermark probieren sollten
Fünf Weintypen, die die aromatische Vielfalt des Vulkanlands zeigen.
- Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC
Duftig und zugänglich, mit floraler und grüner Frucht. Die profilierteste Sorte der Region. - Muskateller trocken
Intensiv aromatisch, mit Trauben- und Blütenduft. Ein unkomplizierter, sehr sortentypischer Wein. - Morillon (Chardonnay) mit Ortsangabe
Kräftiger und strukturierter, oft mit dezentem Holzeinsatz. - Weißburgunder Vulkanland Steiermark DAC
Zurückhaltender in der Aromatik, mit feiner Apfel- und Birnennote. - Riedenwein einer bekannten vulkanischen Lage
Die Spitze des Gebiets: Trauben aus einer einzelnen Lage, oft mit spürbarer mineralischer Prägung vom vulkanischen Untergrund.
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